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Die Werkstatt mit Handwebstuhl von M. Mattelon, 10 rue Richan 

Georges Mattelon wurde 1913 in einer Bauernfamilie geboren. Während des ersten Weltkriegs verlor er seinen Vater. Sein Stiefvater war Weber und George wollte ebenso Weber werden, daraufhin kaufte er eine Werkstatt rue Gigodot (Croix-Rousse). 1938 kaufte er die Werkstatt von M. Millan in der Rue Richan, die bereits seit 1914 verwahrloste. Dort befanden sich neun Webstühle. Nach dem zweiten Weltkrieg betrieb M. Mattelon ein großes Geschäft mit den besten Handwerkern und hatte berühmte Kunden. 

1950 kamen die Webstühle in die heutige Werkstatt. 1955 empfing M. Mattelon die Medaille des besten Handwerkers Frankreichs. Zwischen 1965 und 1970 nahm er an einem von der Textilindustrie in Algerien geführten Projekt teil.

1975 ging er in den Ruhestand. Er restaurierte einen Damastwebstuhl, der mit einer Lochkarte aus dem Jahr 1930 ausgestattet war. Bis zu seinem Tod 2004 führe er seine Webstühle noch selbst vor.

Diese Werkstatt ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert. Die Werkstatt ist original aus dem 19.Jahrhundert erhalten.

Vier verschiedene Webstühle befinden sich hier, die verschiedenen Anfragen von Kunden oder Händlern nachkommen konnten. Der Handelsbetrieb unterlag festen Regelungen.

Ein sehr alter Webstuhl aus dem Jahr 1820 ist noch mechanisch. Dieser traditionelle Webstuhl stellte einfarbige Stoffe von 60 bis 90 cm Breite (wie Taft oder Atlas )her.

Zudem gibt es einen zweiten Webstuhl zum Weben von breiteren Stoffen. Der Webstuhl ist mit einer Mechanik ausgerüstet, die die Stoffbindung ermöglicht.


Es gibt auch noch einen Webstuhl für breitere (ab 2m) Stoffe wie Taft. Er steht im Flur und hat keine Mechanik (wie die Jacquards oder andere), sondern funktioniert mit Pedalen, die den Durchgang zwischen den Kettfäden öffnen. Eine Schussspule kann zwei Fäden gleichzeitig weben, sodass der Stoff in verschiedenen Farben schillert. Berühmte Modesdesigner wie Jean Paul Gauthier oder Nina Ricci haben diese Stoffe sehr geschätzt.

Der vierte Webstuhl ist der wichtigste und originellste. Er wurde von M. Mattelon restauriert und ermöglicht die Gestaltung eines grossformatigen genuesichen Damasts, d. h. ohne erkennbare Rückseite und mit Empire-Motiven.

 

 

 

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