Gold- und Silberdrahtspinnerei-Werkstatt von Frau Stival
1920: Hochzeit und Niederlassung in Lyon. Claude und Claudia Stival übernehmen die Gold- und Silbergarnspinnerei, die sich noch heute im Viertel Croix- Rousse befindet.
1921: Geburt ihrer Tochter Claude. Die Werkstatt gehört dieser noch heute. Ihr Sohn wird später geboren und macht Karriere als Juwelier.
1930: Umzug in die aktuelle Werkstatt in der rue Richan. Wie üblich gehören die Webstühle zum Besitz der Familie, während die Wohnung gemietet wird. Es handelt sich um eine typische Canut- Werkstatt.
1933: M. Stival tritt dem Nationalen Berufszentrum (CMN) bei. Entwicklung seiner Tätigkeit, eine Erneuerung des Materials und die Anschaffung der Wohnung.
1934: Claude, die Tochter, bekommt ihr Abschlusszeugnis und möchte Krankenschwester werden. Sie übernimmt aber schließlich die Werkstatt ihrer Eltern, und bleibt 50 Jahre lang hier.
1941: Hochzeit Claude Stivals, die mit ihren Eltern zusammenarbeitet. Diese wohnen ebenfalls in der rue Richan. Claudes Sohn wird ein Jahr später geboren, er wird Bäcker. Damals (1950) war es nicht mehr möglich, von der Gold- und Silbergarnspinnerei zu leben.
1973: Frau Stival tritt dem Konzern COOPTISS bei, dessen Pleite ihr zum Nachteil wird.
1982: Tod der Eltern Frau Stivals, die bis 1988 weiterarbeiten wird.
1990: Frau Stival tritt der Soierie Vivante bei, um ihre Webstühle zu bewahren.
Gold- und Silberdrahtspinnerei und Material :
Seiden- oder Baumwollfäden werden um Gold oder Silberfäden gewickelt. Man kann Effekte und Spannungen schaffen, oder die Richtung der Rollen ändern, sodass Kordeln entstehen, die für Möbel genutzt werden. Die Garne werden in der Weberei, insbesondere für Posamentenartikel, gebraucht.
Die Werkstatt von Frau Stival enthält:
>zwei Mühlsteine, mit denen der Gold- oder Silberfaden gepresst wird.
>zwei Spinnräder: Maschinen von 2m-Breite, die in Croix Rousse gebaut wurden.
>eine Detrancaneuse zum Aufwickeln der Spulen.
Alle Maschinen sind mit einer Elektroeinrichtung ausgestattet und im perfekten Zustand.
Das schwierige Leben eines Auftragswebers (im Falle Mme. Stivals als Guimperin/Stickerin) im 20. Jahrhundert
Das Leben einer Auftragsweberin Mme. Frau Stival war nicht seelenruhig und leicht. Die Beziehungen zu den Fabrikanten waren meist schlecht. Die Arbeit wurde ständig kontrolliert: alles wurde aufs Gramm genau abgewogen. Es gab unvermeidliche Verluste bei der Weiterverarbeitung, z.B. wie in einem Auftragsbuch dokumentiert ist 301 Gramm bei einer Lieferung von 34kg im Februar 1920.
Die Löhne waren gering, 1 478 Francs für drei Monate Arbeit. Außerdem gingen die Bestellungen unregelmäßig ein, sodass Mme. Stivals Varer 1930 Gelegenheitsjobs annehmen musste.
Die wichtigsten Händler, die mit Frau Stival und ihrer Familie kooperierten, waren Mérieux und Cie GmbH, Carlhian (nich heute existent) GmbH, Durel GmbH, und Mathieu GmbH.
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