Ein Stück Geschichte

 

Technik

 

Glossar

 
Die Technik der Weberei

Der Stoff wird durchs Überkreuzen von Fäden hergestellt. Die Kettfäden werden auf der Hinterseite gespannt. Sie bilden den Hintergrund des Stoffes. Der Schuss wird dann durch ein Schiffchen angelegt. Diese Kreuzung wird "Bindung" genannt, Satinbindung, Taftbindung, usw.

 
     
Der Handwebstuhl

Der Webstuhl ist mit Schalthebel und Stufe ausgestattet. Damit kann der Weber die Stufe einschalten, um einen Teil der Kettfäden zu heben. Dann verteilen sich die Fäden, und bilden einen  eigenen Weg. Der Weber kann den Schuss mit einem Knopf werfen. Dann holt er den Kamm zurück. Die Bewegungen des Webers werden „Bistanclac-pan“ oder „Bistanclac genannt “, nach dem Geräusch des Webstuhls:

-BIS: der Fuß hebt die Fäden hoch.
- TAN-CLAC: der Schuss bewegt sich hin und zurück.
- PAN: Der Kamm schlägt die Fäden an.
Jeder Kettfaden kommt durch eine Öse. Diese Harnischschnur wird über einen Haken direkt mit der Jacquard- Mechanik verbunden. Jede Nadel liest die Lochkarte, die sich vor ihr befindet .

  1. Wenn die Nadel sich vor Lochkarte befindet, dringt sie ein. Dann wird der Haken durch eine Klinge gehoben. Der Kettfaden bewegt sich .
  2. Wenn die Nadel kein Loch findet, bewegt sie sich nicht. Dann bleibt der Haken stehen, so wie der Faden.

Die Lochkarte wird am Ende der Musterkreation durch eine rotierende Bewegung ersetzt. Die Bewegung wiederholt sich endlos. 1 cm Stoff entspricht 30 Bewegungen. 100 Bewegungen pro Minute entsprechen einer 5- Meter- Produktion pro Tag.

 

  métier à bras
Die Jacquard-Mechanik

Der Name kommt von seinem Erfinder,Joseph Marie Jacquard. Er erfand 1801 die Mechanik, die die Arbeit der Kinder ersetzen sollte: Die Kinder zogen das Seilnetz, das die Kettfäden anhob. Die Jacquard-Mechanik benutzt senkrechte Metallhaken, die die Schnüre heben (und so die Kettfäden), die durch die Lochkarte selektiert werden. Diese Karte entscheidet über das Muster.

  jacquard
     
Die Chamäleon-Weberei

Der Chamäleon ist ein Taft mit schillernden Effekten, weil drei Farben zu seiner Herstellung verwendet werden. Die erste Farbe für den Kettfaden und zwei Farben für den Schussfaden. Das Schiffchen enthält zwei Schussspulen, die sich parallel bewegen. Der Weber muss sehr geschickt und zuverlässig sein. Der verwendete Webstuhl funktioniert ohne Mechanik.

 

 

 
     
Die Façonné-Weberei

Die Herstellung von Façonné (Damast, Lampas....) ist komplizierter . Man muss die Jacquard-Mechanik verwenden. Die Mechanik befindet sich über dem Webstuhl . (Deswegen sind die Webstühle manchmal 4 Meter hoch). Eine Lochkarte wird nach der Musterzeichnung gefertigt.  Die Karte steuert den Webstuhl: Sie entscheidet, welcher Kettfaden gehoben werden muss und erteilt den Befehl. Jeder Kettfaden  ist mit einer Nadel verbunden, die selber mit einer Harnischschnur verbunden ist und in einen Metallhaken endet. Nadeln und Haken funktionieren im Einklang mit der Jacquard-Mechanik.  Jeder Haken ist selber mit einer waagerechten Nadel verbunden,die die Lochkarte liest.
Wenn die Nadel das Loch der Karte trifft, dringt sie hinein. Der Haken  stellt sich vor das Loch, auf einer Klinge, die gezogen wird, um die selektierten Kettfäden zu heben.Wenn die Nadel kein Loch findet, bewegt sie sich nicht. Dann bleibt der Haken stehen, wie die Kettfäden.

 

Das Durchschießen der Karte erneuert sich am Ende der Musterkreation, die dank einer rotierenden Bewegung entsteht. Die Bewegung wird unaufhörlich wiederholt.
Die Mehrheit der Webstühle, die hier ausgestellt sind, sind mit dieser Mechanik ausgestattet. Der Webstuhl von Mattelon ist einzigartig, weil er zwei Mechaniken hat, die nebeneinander funktionieren. Die eine liest die Hinterseite des Gewebes, die zweite liest das gezeichnete Muster. Die Lochkarte, die das Muster  liest, stammt vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

   
Posamenten

Posamenten sind schmale Gewebe, etwa Borten oder Bändchen. Diese schmalen Gewebe werden verwendet, um Kleidung, Stoffe oder Möbel zu schmücken ( Stickereien, Kordeln )
An solchen Posamenten Webstühlen, wie die hier ausgestellt sind, kann man bis zu 18 Bänder nebeneinander weben. Die Fertigung eines Bandes benötigt zugleich eine durch Rollen-, Seil- und Kammspiel von hinten nach vorne bewegter Kette, und eine, durch ein oder zwei Schiffchen gelegte, querliegende Kette. Jedes Schiffchen enthält eine hin und her bewegte Fadenspule. Das Überkreuzen der Fäden (die Bindung) und das Entstehen des Musters werden durch die Jacquard-Mechanik gesteuert, die sich  über dem Webstuhl befindet.  Die Webstuhls-Haken sind mit allen Kettfäden durch einen Maschen-und Bogensatz verbunden (lange weiße senkrechte Fäden)
Die nach der Originalzeichnung gefertigte karte wird gelöchert, was ermöglicht, über ein Nadel- und Hakenspiel, einen Teil der Kettfäden zu heben, dadurch entsteht eine Öffnung
(das Fach), durch die der Schussfaden durchgezogen werden kann. So kann man Breite und Farben der Stoffe nach Belieben ändern (dank den übereinanderliegenden Schiffchen).
Der Reichtum der Stoffe hängt  allerdings von den verwendeten Fäden ab. Oft wurden Gold- oder Silbergarne verwendet, die in der benachbarten Spitzenwerkstatt gefertigt wurden. Außerdem standen die Vertriebsmöglichkeiten damals ausgezeichnet.
(Zwei Drittel der Produktion wurden nämlich exportiert) zwar in drei Hauptbereichen: Uniformentressen, Kirchenornamente und Dekorationsstoffe.

  passementerie
     
   
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